Mit Taubblindenassistenz mehr Chancen auf Bildung

Übersetzung aus der Gebärdensprache ins Deutsche

Hallo!
Mein Name ist Sabine Springer und ich bin vom Usher Syndrom betroffen.
Ich habe ein stark eingeschränktes Gesichtsfeld und Gleichgewichtsstörungen, bin nachtblind und kurzsichtig. Ich lebe in Berlin und bekomme Landespflegegeld für Sehbehinderte. Trotzdem kann ich mir eine TBA nicht leisten.Von 2009 bis 2011 absolvierte ich eine Ausbildung. Zu Beginn der Ausbildung stellte ich beim Sozialamt einen Antrag auf Persönliches Budget. Etwa ein Jahr nach der Antragsstellung erhielt ich einen Ablehnungsbescheid, mit der Begründung, dass ich mit dem mir gezahlten Sehbehindertengeld eine TBA finanzieren könnte. Dies war jedoch aussichtslos, da die Kosten für eine TBA damit nicht gedeckt werden konnten.

So legte ich Widerspruch gegen diesen Ablehnungsbescheid ein. Wiederum verging ein Jahr – ohne dass etwas passierte. Erst zum Zeitpunkt des Abschlusses meiner Ausbildung wurde mein Widerspruch abgewiesen, es gab also wieder keine Bewilligung.

Daraufhin setzte ich mich mit einem Anwalt, der sich insbesondere für das Recht von Menschen mit Behinderung einsetzt, in Verbindung und ließ mich von ihm beraten. Auf seine Empfehlung hin klagte ich im Juli 2011 gegen das Sozialamt. Diese Klageverfahren läuft bis heute – es gibt noch kein Ergebnis, ein Ende ist nicht absehbar.

Zurück zum Thema:
Während meiner Ausbildung hätte ich aufgrund meiner starken Kurzsichtigkeit und Nachtblindheit häufiger den Einsatz von Assistenten benötigt. Da die Antragsstellung jedoch in Bearbeitung war, waren für mich die Finanzierungen noch nicht geklärt. Deswegen habe ich nur ab und zu Schreibassistenz und eine Begleitung bei Dunkelheit in Anspruch genommen. Das war sehr wichtig für mich, denn ohne den Einsatz der Assistenz hätte ich es bestimmt nicht geschafft, meine Ausbildung erfolgreich zu absolvieren. Rückblickend möchte ich den Assistentinnen nochmals meinen Respekt ausdrücken, weil sie diese Tätigkeit ehrenamtlich ausgeübt haben und mir wirklich eine große Unterstützung waren. Leider bekamen sie kein Geld – aber meiner Meinung nach haben Assistentinnen für die geleistete Arbeit einen Anspruch auf Bezahlung.

Wir müssen hart darum kämpfen, unser Ziel zu erreichen: Die Bundesregierung soll TAUBBLINDHEIT als eigenständige Behinderung anerkennen! UNBEDINGT!
Erst nach dieser Anerkennung kann ein eigenes Merkzeichen für Taubblindheit „TBL“ im Schwerbehindertenausweis eingeführt werden, so dass dann die Bürokratie erleichtern werden kann.

Ohne TBA haben wir als Taubblinde kaum eine Chance auf Weiterbildung und Zugang zu anderen Formen der Bildung! Ohne TBA befinden wir uns alle in Isolationshaft!  BOAH!!!

Überall Barrieren – aber wirklich!
Wir würden uns freuen, wenn Ihr  Anderen weiter sagt,  dass es am 4. Okt. 2013  in Berlin die bundesweite Taubblindendemo gibt, damit noch mehr Leute  nach Berlin kommen und mit uns für unsere Rechte demonstrieren!

Tschüss bis zum Wiedersehen am 4. Oktober 2013  in Berlin!

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